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Politische Schwerpunkte
Kriterien für die Schulentwicklung in Bremervörde
In ihrem Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2006 fordert die SPD - Bremervörde die Erarbeitung eines Schulentwicklungskonzeptes unter Beteiligung von Eltern, Pädagogen, Verwaltung und politischen Parteien. Festgestellt sollte hierbei werden, welche Grundschulstandorte vor dem Hintergrund rückläufiger Schülerzahlen langfristig gesichert werden können und welches Ganztagsangebot gewünscht wird.
Situation im Primarbereich
Bremervörde verfügt mit seinen sechs Grundschulen derzeit über eine Kapazität von 11 Klassen für 308 Schulanfänger. Die tatsächlichen Schulanfängerzahlen liegen zurzeit bei 191 (im Schuljahr 2006/2007) bzw. 206 (2007/2008). Die Zahl der Einschulungen wird sich über 169 (2010/2011) weiter auf 149 (2012/2013) verringern. Bei Aufrechterhaltung des derzeitigen Grundschulangebots würde die Stadt Bremervörde ihre Kapazität im Primarbereich nicht einmal zu 50% auslasten.
Die Verwaltungskosten für diese sechs Standorte betragen jährlich rund 750.000,00 €.
Für die Haushaltslage der Stadt ist es vorteilhaft, einen Teil dieser Kosten durch Zusammenlegungen von Schulstandorten einzusparen. Auch die Nachnutzung eines Grundschulstandortes z.B. durch eine von der Kreisverwaltung in Bremervörde gewünschte Förderschule muss diesbezüglich berücksichtigt werden.
Hierbei frei werdende Mittel könnten zur Qualitätsverbesserung des gesamten Bildungsangebots in der Stadt (z.B. Senkung der Kindergartengebühren, Finanzierung von Ganztagsangeboten) eingesetzt werden.
Um nicht zu Beginn des Schuljahres 2012/2013 in „halbleeren“ Schulgebäuden Unterricht anzubieten, müssen bereits heute die Weichen für eine verantwortungsvolle Schulentwicklung gestellt werden.
Hinsichtlich der Standortfrage künftiger Grundschulen halten wir folgende Kriterien für unerlässlich:
1. Bei allen zu ergreifenden Maßnahmen ist zu beachten,
a) dass gemäß der Faustregel „Kurze Beine – kurze Wege“ auch künftig möglichst wenige Schüler längere Schulwege zurücklegen müssen und
b) dass der Schulweg auch „sicher“ sein muss, sodass ein längerer Schulweg, der mit dem Schulbus zurückgelegt wird, einem Fußweg der verkehrsreiche Straßen überquert in Einzelfällen vorzuziehen ist.
2. Grundschüler werden, um den sozialen Zusammenhalt im Klassenverband zu gewährleisten, grundsätzlich vier Jahre an einer Schule unterrichtet. Wenn aus zwingenden Gründen hiervon abgewichen werden muss, ist sicherzustellen, dass kein Klassenwechsel einzelner Schülerinnen und Schüler stattfindet, sondern die Lerngruppen gemeinsam den Schulstandort wechseln.
3. Alle künftigen Schulstandorte gewährleisten von der sächlichen und personellen Ausstattung vergleichbare Bildungsangebote, die den Schülern einen optimalen Übergang zu weiterführenden Schulen der Sekundarstufe I ermöglichen.
4. Beim künftigen Schulangebot und der möglichen Nachnutzung von nicht mehr benötigten Grundschulen ist der Wunsch des Landkreises nach Einrichtung einer weiteren Förderschule in Bremervörde zu berücksichtigen.
Für ein künftiges Ganztagsangebot im Grundschulbereich halten wir folgende Punkte für unerlässlich:
1. Bildung ist eine staatliche Aufgabe und damit auch deren Finanzierung. Die Nutzung von Bildungsangeboten darf nicht abhängig von der Einkommenssituation der Eltern sein.
2. Ein Ganztagsangebot im Grundschulbereich ist sinnvoll in der Nähe anderer Schulen und Freizeiteinrichtungen wie z.B. Sportstätten, um Synergieeffekte zu nutzen.
3. Ganztagsangebote stehen unabhängig von Schuleinzugsbereichen allen Schülern und ihren Eltern offen, um auch z.B. die Rückkehr in die Berufstätigkeit nach Erziehungszeiten zu unterstützen.
SPD-Stadtratsfraktion