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Politische Schwerpunkte
Ortsrat für Bremervörde
BZ - Art. "Bald hat der Bürger das Wort"
Bremervörde. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens für die Schaffung eines Ortsrats für die Kernortschaft Bremervörde sind ihrem Ziel wieder einen Schritt näher. Gestern übergaben die Vertreter der Rathausfraktionen von SPD, Grüne und WG Pro Bremervörde eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Gummich: Mit der Liste bekunden 2.205 Bürger ihr Begehren.
Bürgermeister Eduard Gummich nimmt von den Initiatoren des Bürgerbegehrens für die Errichtung eines Ortsrates die Unterschriftenliste entgegen: Dr. Johannes Klotz, Hans-Klaus Genter Mickley und Heinrich Tiedemann sind davon überzeugt, dass mit einem Ortsrat die Interessen der Bürger in der Kernortschaft besser vertreten werden.
Um das Verfahren einzuleiten, wären nur 1.539 Unterschriften nötig gewesen, also zehn Prozent der Wahlberechtigten bei der letzten Kommunalwahl. Dass es innerhalb weniger Wochen nach dem Beginn der Aktion im März gelungen ist, so viele Unterschriften zu sammeln, werteten Heinrich Tiedemann und Hans-Klaus Genter-Mickley (beide SPD) und Dr. Johannes Klotz (WG Pro Bremervörde) als Beleg für die Stimmung in der Bevölkerung.
Bürgermeister Gummich wird den Antrag und die Unterschriftenliste jetzt prüfen. Bereits in der nächsten Verwaltungsausschusssitzung wird über den Antrag beraten. Wenn alle formalen Kriterien erfüllt sind, können die Bremervörder bei der nächsten Bundestagswahl am 27. September entscheiden, ob sie einen Ortsrat wollen. Das von den Initiatoren mit einem Augenzwinkern ebenfalls überreichte T-Shirt mit der Aufschrift „Bürger bestimmen mit – Ortsrat Bremervörde“ nahm Gummich allerdings nur unter Vorbehalt entgegen. Er machte keinen Hehl aus seiner Meinung, dass er nicht viel von einem Ortsrat für die Kernortschaft hält. Ein Mehr an Bürokratismus und Kosten nannte er unter anderem als Gründe, die dagegen sprechen. Außerdem habe er Zweifel, dass sich Bürger in einer Stadt von einer Größe Bremervördes in eine Gremium von 15 Mitgliedern vertreten fühlen.
Die Initiatoren frotzelten zurück und rieten dem Bürgermeister, er könne das T-Shirt ja bei der Gartenarbeiten anziehen, wenn er mit der Aussage nicht einverstanden sei. In den Augen von Dr. Klotz, Genter-Mickley und Tiedemann ist der Ortsrat dringend nötig, um neue Möglichkeiten der Partizipation der gesellschaftlichen Gruppen in der Kernortschaft zu schaffen.
Im Gegensatz zu den Ortschaften, deren Räte bei Anliegen ihrer Dörfer gehört werden, bleibe diese Möglichkeit den Einwohnern der Kernstadt verwehrt.
„Ein Bremervörder Ortsrat bietet die große Chance, die Bürger aktiver und direkter an Entscheidungen zu beteiligten“, argumentierten die Befürworter.
Artikel vom 27.06.09 - 08:00 Uhr