Politische Schwerpunkte

Ortsrat für Bremervörde

BZ - Art. "Unterschriften und ein T-Shirt"

Bremervörde (bz). Die Initiatoren des Bürgerbegehrens für die Schaffung eines Ortsrats für die Kernortschaft Bremervörde sind ihrem Ziel wieder einen Schritt näher. Gestern übergaben die Vertreter der Rathausfraktionen von SPD, Grüne und WG Pro Bremervörde eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Gummich: Mit der Liste bekunden 2205 Bürger ihr Begehren.

Um das Verfahren einzuleiten, wären 1539 Unterschriften nötig gewesen (zehn Prozent der Wahlberechtigten der vorigen Kommunalwahl). Dass es binnen weniger Wochen nach Beginn der Aktion im März gelungen ist, so viele Unterschriften zu sammeln, werteten Heinrich Tiedemann und Hans-Klaus Genter-Mickley (beide SPD) und Dr. Johannes Klotz (WG Pro Bremervörde) als Beleg für die Stimmung der Bürger.

Eventuell am 27. September
Gummich wird Antrag und die Unterschriftenliste prüfen. In der nächsten Verwaltungsausschusssitzung wird darüber beraten. Sind alle formalen Kriterien erfüllt, können die Bremervörder bei der Bundestagswahl (27. September) entscheiden, ob sie einen Ortsrat wollen. Das von den Initiatoren mit Augenzwinkern überreichte T-Shirt „Bürger bestimmen mit – Ortsrat Bremervörde“ nahm Gummich unter Vorbehalt entgegen. Er machte keinen Hehl daraus, dass er nicht viel vom Ortsrat hält. Mehr an Bürokratismus und Kosten nannte er als Gründe. Außerdem habe er Zweifel, dass sich Bürger in einer Stadt von der Größe Bremervördes in einem Gremium von 15 Mitgliedern vertreten fühlen. Die Initiatoren frotzelten zurück und rieten dem Bürgermeister, er könne das T-Shirt bei der Gartenarbeiten anziehen, wenn er mit der Aussage nicht einverstanden sei. In den Augen von Dr. Klotz, Genter-Mickley und Tiedemann ist der Ortsrat dringend nötig, um neue Möglichkeiten der Partizipation der gesellschaftlichen Gruppen in der Kernortschaft zu schaffen.

Im Gegensatz zu den Ortschaften, deren Räte bei Anliegen ihrer Dörfer gehört werden, bleibe diese Möglichkeit den Einwohnern der Kernstadt verwehrt.

„Ein Bremervörder Ortsrat bietet die große Chance, die Bürger aktiver und direkter an Entscheidungen zu beteiligten“, argumentierten die Befürworter.

Artikel vom 02.07.09 - 06:00 Uhr